Freitag, der 13. oder Wann wir gelernt haben, Angst zu haben?
Ein Datum, das bei manchen ein leichtes Ziehen im Bauch auslöst.
Ein Tag, dem wir irgendwann gelernt haben, misstrauisch zu begegnen.
Aber wer hat eigentlich entschieden, dass dieser Freitag ein „Unglückstag“ ist?
Und wer sagte uns, schwarze Katzen bringen Unglück?
Kiro ist schwarz. Tiefschwarz. Mit goldenen Augen.
Er wurde als winziges Kätzchen aus einem fahrenden Auto geworfen.
Wir haben ihn mit Pipette und Spritze aufgezogen.
Nun ist er seit bald zehn Jahren bei uns. Wenn schwarze Katzen Unglück bringen, dann ist Kiro ein wunderbares Geschenk, das uns passiert ist.
Kinder kommen nicht mit solchen Konzepten auf die Welt.
Sie fürchten sich nicht vor Zahlen, nicht vor Wochentagen, nicht vor Fellfarben.
Angst entsteht oft erst dort, wo sie übernommen wird – leise, unbewusst, gut gemeint.
„Pass auf, heute ist Freitag, der 13.“
„Schwarze Katzen bringen Unglück.“
Sätze, die harmlos klingen. Und doch etwas pflanzen.
Kinder beobachten sehr genau.
Sie spüren unsere Bewertungen, unsere Unsicherheiten, unsere inneren Alarmsignale.
Und manchmal übernehmen sie Ängste, die gar nicht ihre eigenen sind.
Genau hier kommen Geschichten ins Spiel. Bücher sind sichere Räume.
Dort dürfen Gefühle auftauchen, ohne gefährlich zu sein.
Dort darf Angst benannt werden und verliert oft schon dadurch ihre Macht.
Geschichten zeigen Kindern:
Du bist nicht allein. Du darfst fühlen.
Und vor allem: du darfst Gefühle zulassen und zeigen.
Kinder verstehen, dass sie trotzdem mutig weitergehen können.
Dieser Freitag, der 13. ist gar kein Tag für Unglück.
Sondern eine Einladung, kurz innezuhalten und zu fragen:
Welche Ängste gebe ich weiter und welche darf ich liebevoll loslassen?

Herzlichst
Rita & Rupert
















