Sezuan - der große schwarze Bär
Der große schwarze Bär ❤️
Eines ist mir tagtäglich ganz klar: Auch Sezuan hätte der Hauptdarsteller meines Buches „Wenn Pferde weinen könnten“sein können.
Unser großer schwarzer Bär ist nun seit zwei Jahren bei uns und hat am 19.03. auch noch Geburtstag. Er wird zehn Jahre alt.
Als er vor zwei Jahren zu uns kam, trug er mehr mit sich als nur seine große, beeindruckende Erscheinung.
Sein Rücken war verspannt, das rechte Hinterbein machte ihm mit Hüft- und Knieschmerzen zu schaffen. Jeder Schritt erzählte von Anspannung und Vorsicht.
Physiotherapie, Chiropraktik, Energiebehandlungen und Gymnastik vom Boden aus waren in den letzten zwei Jahren unsere steten Begleiter.
Doch noch schwerer wog etwas anderes: Angst.
Vor vielem – am meisten jedoch vor Männern. Es dauerte über ein Jahr, bis auf der Weide etwas ganz Besonderes geschah.
Sezuan ging aus eigenem Entschluss auf Rupert zu.
Ganz ruhig. Ganz selbstverständlich.
Für Außenstehende vielleicht nur ein paar Schritte – für uns jedoch ein riesiger Moment.
In Picasso hat Sezuan seinen Seelenkumpel gefunden ❤️ Die beiden verbindet eine stille Freundschaft, die sich schwer beschreiben lässt.
Seit der große schwarze Bär da ist, scheint auch Picasso wieder mehr Lebensfreude gefunden zu haben.
Heute trägt Sezuan sogar eine sehr feinfühlige, sensible Reiterin auf seinem Rücken.
Noch immer wirkt er dabei manchmal ein wenig erstaunt, dass von ihm nichts Großartiges bis zur Erschöpfung verlangt wird.
Dass feine, sanfte Hilfen genügen. Dass jemand zuhört, statt zu fordern.
Unsere bunte Tierfamilie ist für ihn längst zu einem sicheren Hafen geworden.
Mit den Langohren – dem Eselmädchen Svenja und dem kleinen Angeber Michelangelo – spielt er Fangen. Es ist jedes Mal ein herrlich komisches Schauspiel.
Michelangelo ist schließlich kaum größer als Sezuans Beine lang sind und doch nimmt er es voller Begeisterung mit dem riesigen Kuschelbären auf.
Wenn man die drei gemeinsam flitzen sieht, kann man kaum glauben, dass dieser große schwarze Bär einmal so viel Angst in sich getragen hat.
Und während ich ihm dabei zusehe, denke ich manchmal:
Die Pferde erzählen ihre Geschichten nicht laut.
Vielleicht schreiben sie sie einfach – Schritt für Schritt – in unser Herz ❤️
Und wir dürfen sie lesen.

Herzlichst
Rita & Rupert
















