Vernetzt und doch allein
Tausendfach vernetzt und doch allein?
Vereinsamung nimmt in unserer Gesellschaft rasant zu.
Oft geschieht sie leise, schleichend, beinahe unbemerkt.
Wir Menschen sind permanent erreichbar und doch innerlich immer öfter allein.
Kontakte bestehen online und sie werden oberflächlicher.
Und für diese Erkenntnis brauchte unsere hoch zivilisierte Gesellschaft eine wissenschaftliche Studie?
Wenn Freundschaften vorhanden sind, brauchen sie Pflege – mehr denn je.
Beziehungen entstehen nicht einfach nebenbei.
Sie wollen bewusst gelebt werden. Sie brauchen Zeit, Aufmerksamkeit und echtes Interesse am Gegenüber.
In einer Welt, die immer schneller wird, bleibt genau dafür immer weniger Raum.
Oft sind auch große Distanzen eine Herausforderung.
Soziale Medien, das Handy oder der Fernseher können ein Gefühl von Nähe vermitteln.
Sie können informieren, unterhalten und manchmal auch verbinden.
Aber sie können den echten menschlichen Kontakt nicht ersetzen.
Über einen Bildschirm lernen wir nicht, wie es sich anfühlt, einem Menschen wirklich zu begegnen.
Wir lernen nicht, unsere Gedanken in Worte zu fassen, Gefühle auszusprechen und auszuhalten.
Wir lernen nicht, dem anderen offen ins Gesicht zu sehen.
Wenn ich jemanden nicht sehen kann, dann telefoniere ich wenigstens.
Anhand der Stimme kann ich schon sehr gut einschätzen, wie es meinem „Gegenüber“ grade geht.
Kommunikation ist weit mehr als geschriebene Nachrichten.
Um einen Menschen wirklich zu erreichen, muss ich seine Stimme hören.
Die leisen Zwischentöne, das Zögern, das Lächeln zwischen den Worten sind oft das, was uns wirklich berührt und verbindet..
Ich muss die Augen sehen, die Körpersprache wahrnehmen, die kleinen Gesten lesen können, die oft mehr sagen als jedes Wort.
Gerade für Kinder und junge Menschen ist das von unschätzbarem Wert.
Wer hauptsächlich über das Handy kommuniziert, lernt kaum, sich selbst auszudrücken oder Konflikte auszuhalten.
Nähe, Empathie und echtes Zuhören lassen sich nicht downloaden – sie entstehen nur im direkten Miteinander.
Echte Verbindung wächst dort, wo Menschen gemeinsam Zeit verbringen.
Beim Kartenspielen, bei einer Runde Monopoly, beim Kochen, bei Spaziergängen, beim gemeinsamen Lesen oder langen Gesprächen am Tisch.
Dort, wo gelacht, gestritten, versöhnt, diskutiert und manchmal einfach gemeinsam geschwiegen wird.
Ein wichtiges Zauberwort ist Zuhören.
Du hast sicher noch viele andere Ideen :=)
Es braucht keine besonderen Anlässe. Es braucht keine perfekten Umstände. Manchmal einfach ein bisschen Spontanität.
Es braucht auch nur die Entscheidung, da zu sein. Wirklich da.
Denn Nähe entsteht nicht durch ständige Erreichbarkeit.
Nähe entsteht durch echtes Dasein.

Herzlichst
Rita & Rupert
















