Carlos hat Zahnweh
❤️ Tiere sind uns anvertraut und nicht ausgeliefert ❤️
Carlos hatte am Gründonnerstag Nachmittag eine große Zahn-OP.
Vier Zähne mussten entfernt werden, davon der linke Eckzahn und ein Backenzahn.
Schon bei der Ankunft in der Tierarztpraxis spürte ich diese typische Routine:
„Du kannst die Box mit dem Kater hier abstellen und in vier Stunden wieder abholen.“
Ich lächelte und sagte ruhig:
„Ich gehe erst, wenn Carlos schläft.“
Die Blicke der Assistentin und der Tierärztin sprachen Bände.
Ein leichtes Augenrollen, ein stilles „Ach, schon wieder so jemand…“ lag in der Luft.
Nichts und niemand konnte mich abhalten, dass ich doch blieb.
Weil ich weiß, wie zerbrechlich Vertrauen sein kann.
Wie schnell es bricht, gerade in Momenten, in denen ein Tier uns am meisten braucht.
Carlos bekam seine Spritze.
Ich blieb bei ihm, sprach leise mit ihm und wartete.
Erst als sein kleiner Körper weich wurde, seine Atmung tiefer ging und er wirklich loslassen konnte, bin ich gegangen ❤️
Und während seiner OP, kam sie wieder, diese eine Frage, die mich schon so lange begleitet:
Warum ist es in so vielen Bereichen noch immer so schwer, die Individualität eines Menschen oder Tieres wirklich zu sehen?
Warum wird so oft erwartet, dass sie „funktionieren“ wie alle anderen?
Dabei wissen und kennen wir es einfach anders.
Unsere Tiere sind keine Standardfälle.
Sie sind Persönlichkeiten. Mit Geschichte. Mit Gefühlen. Mit ganz eigenen Bedürfnissen.
Nach fast 40 Jahren intensiver Begleitung von Tiergefährten bin ich müde geworden, mich immer wieder erklären und rechtfertigen zu müssen:
Warum ich Dinge anders mache.
Warum ich genauer hinsehe.
Warum ich spüre, was das Tier grade braucht.
Warum mein Gefährte genauso grade reagiert.
Warum ich nicht einfach und bequem „mit dem System gehe“.
Es hat immer einen Grund.
Und dieser Grund ist immer der Mensch oder das Tier.
Und ja…manchmal wünsche auch ich mir, es wäre einfacher.
Einfacher, gehört zu werden.
Einfacher, verstanden zu werden.
Einfacher, nicht ständig erklären zu müssen, was eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Aber dann gibt es diese Momente, in denen ein Tier sich entspannt. Loslässt. Vertraut.
Vertrauen ist vielleicht das größte Geschenk, das uns ein Wesen machen kann.
Tiere sind uns anvertraut. Ich begegne ihnen achtsam, respektvoll und von Herzen liebevoll.
Und ich weiß wieder, warum ich bleibe. ❤️

Herzlichst
Rita & Rupert
















