Herausforderung "Sommer"
Wenn der Sommer zur Herausforderung wird
Der Sommer zeigt sich heuer von seiner schönsten Seite.
Wochenlang strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und warme Temperaturen lassen Wiesen, Gärten und Felder in voller Pracht erstrahlen. Für uns Menschen ist das oft die Zeit des Genießens und Staunens.
Doch die Kehrseite dieses außergewöhnlichen Sommers wird immer deutlicher sichtbar.
Vielerorts herrschen bereits Wassermangel und eine Trockenheit, wie wir sie früher in unseren Regionen nicht kannten.
Wiesen und Almen liefern deutlich weniger Futter, die Heuernte fällt geringer aus und viele Landwirte blicken mit Sorge auf die kommenden Monate. Es ist absehbar, dass dadurch auch die Futterkosten für unsere Tiere weiter steigen werden.
Umso wichtiger ist es, mit unserem wertvollen Wasser sorgsam umzugehen.
Jeder bewusst eingesparte Liter hilft mit, diese kostbare Ressource zu schützen – für die Natur, für die Landwirtschaft und für die Generationen, die nach uns kommen.
Für unsere Tiere bedeutet diese Hitze jedoch eine enorme Belastung.
Vor wenigen Tagen hat uns das der große schwarze Bär wieder eindrucksvoll gezeigt.
Beim massiven Wetterumschwung mit drückender Schwüle, heftigen Regenfällen, Donner, Blitz und Sturmböen erlitt er einen Kreislaufkollaps.
Die ersten Anzeichen waren zum Glück rasch erkennbar: Er wurde unruhig, fühlte sich sichtlich unwohl, lehnte sich immer wieder an die Boxenwand, mit seinen Vorderbeinen klopfte er immer wieder energisch an die Wand, schließlich wurden seine Beine wacklig und seine Augen wirkten müde und kraftlos.
In solchen Momenten zählt jede Minute.
Trotz des Unwetters marschierten wir mit ihm ruhig in der Halle, damit der Kreislauf wieder in Schwung kam und wir ihn gut beobachten konnten.
Unsere Tierärztin kam und verabreichte kreislaufstärkende Medikamente. Schon kurze Zeit später ging es ihm deutlich besser.
Auch unsere Valentina kämpft tapfer mit den heißen Tagen.
Schafe können ihre Körpertemperatur nicht so regulieren wie viele andere Tiere.
Sie schwitzen kaum und geraten deshalb schneller an ihre Belastungsgrenze.
An besonders heißen Tagen hechelt sie stark, wirkt erschöpft und legt sich nach der Rückkehr von der Weide sofort im kühlen Stall nieder,
um auszuruhen.
Als wären die Temperaturen nicht schon Herausforderung genug, machen derzeit auch Bremsen und die lästigen Kribbelmücken unseren Tieren das Leben schwer.
Selbst die angenehmen Abendstunden laden oft nicht mehr zum entspannten Aufenthalt im Freien ein.
Gerade in solchen Wochen wird uns wieder bewusst: Tiere sind vollkommen auf uns angewiesen.
Sie können sich ihren Schattenplatz nicht immer selbst aussuchen, keine Kühlung organisieren und auch nicht entscheiden, wann ihnen die Belastung zu viel wird.
Deshalb liegt es in unserer Verantwortung, genau hinzusehen. Ausreichend frisches Wasser, schattige Plätze, angepasste Weidezeiten, Ruhephasen und ein wachsames Auge können oft den entscheidenden Unterschied machen.
Und dennoch ist es ein ganz besonderer Sommer.
Ein Sommer voller Farben, Düfte und wunderbarer Momente.
Die Pflanzenwelt überbietet sich grade an Üppigkeit grade selber.
Ein Sommer, den wir mit Dankbarkeit genießen dürfen.
Das Wetter können wir nicht verändern, aber das Rahmenprogramm für das Wohlbefinden unserer Tiere und uns gestalten wir selbst.
Vielleicht ist genau das eine der schönsten Aufgaben, die wir als Tierhalter haben:
Verantwortung nicht als Pflicht zu sehen, sondern als Ausdruck von Fürsorge und Liebe.
Ich wünsche Dir und Deinen tierischen Begleitern viele kühle Schattenplätze, frisches Wasser und vor allem einen gesunden, unbeschwerten Sommer.

Herzlichst
Rita & Rupert
















