Sommer riechen und fühlen
Ein Sommer wie früher – mitten im Heute 🌾☀️
Vielleicht sehnen wir uns manchmal nach den Sommern von früher.
Nach Tagen, die scheinbar niemals enden wollten.
Nach dem Duft von frisch gemähtem Gras, nach summenden Bienen, zirpenden Grillen und die Fledermäuse in der Abenddämmerung.
An langen Abenden blieb man einfach draußen sitzen, bis es dunkel wurde.
Doch vielleicht müssen wir gar nicht so weit zurückblicken.
Denn gerade heute sind es die kleinen Dinge, die zählen.
Ein Marienkäfer, der auf einem Grashalm sitzt.
Der unvergleichliche Duft von frisch gemähten Wiesen, der in der Luft liegt.
Das Gefühl von Gras barfuß zu spüren oder die kleinen, spitzen Kieselsteine, die uns bei jedem Schritt daran erinnern, dass wir tatsächlich noch etwas spüren 😍
Wann hast du es das letzte Mal gemacht?
Barfuß gehen.
Den warmen Boden fühlen.
In den Himmel blicken und den Wolken nachsehen.
Einer Hummel zuhören, die sich schwer und brummend von Blüte zu Blüte arbeitet.
Wann haben wir aufgehört, über solche Dinge zu staunen?
All dies ist für manche Menschen nicht mehr zeitgemäß und „uncool“.
Ich finde diese Entwicklung sehr schade und zerstörerisch.
Unser Leben ist schneller geworden. Lauter. Voller Termine, Nachrichten und Erwartungen.
Ständig scheint etwas wichtiger zu sein als der Augenblick, in dem wir gerade sind.
Elektronik, Smartphone und Social Media gehören längst zu unserem Alltag.
In der richtigen Dosierung sind sie spannend, bereichernd und unglaublich hilfreich.
Sie verbinden Menschen über große Entfernungen hinweg, eröffnen uns neue Welten und schenken uns Möglichkeiten, von denen wir früher nicht einmal eine Ahnung hatten.
Doch manchmal nehmen sie uns auch genau das, wonach wir uns sehnen: den Blick für das, was direkt vor uns liegt.
Dabei geschieht das Leben genau jetzt.
Nicht morgen.
Nicht irgendwann, wenn endlich alles erledigt ist.
Nicht erst im nächsten Urlaub.
Jetzt.
Vielleicht ist es der Opa Kater Julius mit bald 24, der morgens schon vor der Haustüre wartet.
Das Pferd, das uns mit einem leisen Wiehern begrüßt.
Der Duft einer Rose im Garten.
Das Geräusch des Windes in den Bäumen.
Oder ein Sommerabend, an dem wir einfach am Lagerfeuer sitzen bleiben und unseren Gedanken nachhängen.
Gerade in dieser ver-rückten Zeit brauchen wir diese kleinen Momente mehr denn je.
Sie erden uns.
Sie holen uns zurück zu uns selbst.
Sie erinnern uns daran, dass Glück nicht immer groß, spektakulär oder teuer sein muss.
Vielleicht waren die Sommer früher gar nicht schöner.
Vielleicht haben wir damals nur genauer hingesehen, bewusster gerochen, intensiver gefühlt und uns mehr Zeit genommen, wirklich da zu sein.
Doch das können wir auch heute noch.
Wir müssen nur wieder anfangen, die kleinen Dinge zu sehen.
Denn vielleicht ist genau darin das große Glück versteckt.

Herzlichst
Rita & Rupert
















